Wissenswertes

... zum Thema: Überhitzungsschutz beim Tauchsieder.

Bei sachgemäßer Anwendung beträgt die durchschnittliche “Lebensdauer” unserer Tauchheizgeräte 7 - 8 Jahre, viele Geräte leisten ihren Dienst sogar weit über ein Jahrzehnt.
Bei unsachgemäßer Handhabung dagegen kann ein Tauchsieder natürlich auch sehr schnell unbrauchbar werden.

Meistens liegt es daran, das der Tauchsieder außerhalb des Wassers betrieben wird. Unsere Service-Abt. stellt bei den Überprüfungen der Geräte häufig eine durchgebrannte Thermo-Sicherung fest. Aufgrund dessen ist die Stromzufuhr unterbrochen und das Gerät heizt nicht mehr. Die eingebaute Thermo-Sicherung sitzt tief unten im Heizelement und überwacht dort konstant die Umgebungstemperatur. Überschreitet diese die 150°C Marke “brennt” diese Sicherung durch. Ein Überschreiten dieser - vom VDE vorgeschriebenen - Marke ist bei sachgemäßem Gebrauch des Tauchsieders nicht möglich. Die Temperatur des Heizelementes kann bei Einhalten des Mindestwasserstandes max. 105°C betragen. Verkocht das Wasser hingegen, wird das Gerät gänzlich OHNE Wasser betrieben oder ist das Gerät zu stark verkalkt, dann steigt die Temperatur im Heizelement unzulässig an. Zur Vermeidung einer möglichen Brandgefahr schaltet sich das Gerät bei Überschreiten der 150°C-Marke ab.

Zum Verständnis der Problematik zwischen relevanten VDE-/EN-Vorschriften und optimalem Anwendernutzen nachfolgend ein Paar Zeilen zum Thema Überhitzungsschutz bei Tauchsiedern, denn gerade Kenntnisse dieser Thematik sind wichtig für eine lange Lebensdauer der Geräte.

 

Zum Thema:

Die eingebauten Thermosicherungen sind zwingender Bau-Bestandteil der VDE- / EN-Bestimmungen.
Wir bieten hierzu nun zwei Möglichkeiten:

a) eine Schmelzsicherung - preiswert aber irreparabel,
b) eine Abschaltautomatic - etwas teurer aber rückstellbar.

Die eingebaute Thermosicherung verhindert bei drohender Überhitzung eine mögliche Beschädigung der Unterlage oder des Kunststoffkochgefäßes.  Dieser Vorgang kann jedoch nur bei Betrieb ohne Wasser, mit zu wenig Wasser (siehe Mindestwasserstand) oder nach dem verkochen des zu erhitzenden Wassers eintreten.

Nachfolgende Ausführung zu diesem Thema sind den gültigen VDE-Vorschriften entnommen. Wir hoffen, Ihnen die Wichtigkeit des unbedingten Einhaltens des Mindestwasserstandes deutlich machen zu können.

 

Anforderungen:

Zur Erhöhung der Sicherheit für elektrische Tauchsieder und zur Vermeidung der Brandgefahr bei unsachgemäßen Gebrauch hat der VDE die Bestimmungen verschärft:

Der Paragraph 22 lautet nunmehr: "Tauchheizgeräte müssen eine temperaturbegrenzende Einrichtung haben, die unzulässige Erwärmung im Falle des unsachgemäßen Betriebes verhindern; z.B. einen Temperaturschutzbegrenzer."

In der DIN VDE 0700 Teil 74 (IEC 335-2-74 bzw. EN 60 335-2-74) wird hierzu folgendes erklärt: Die vorliegenden Bestimmungen enthalten gegenüber den bisherigen Fassungen als wesentlich Neues eine Erhöhung der Sicherheit für die Umgebung gegen Brandgefahr - im Falle der unachtsamen Benutzung!

Dieses Schutzziel wird erreicht durch die Prüfung aller Tauchheiz-Geräte in der "schwarzen Ecke" ohne nutzbaren Wärmeentzug, d.h. im trockenen Zustand, wobei die Übertemperatur der Fläche, die das Gerät berührt, 150°C   nicht überschreiten darf. Eine für die Umgebung ungefährliche Temperaturspitze von 200°C für die Dauer von 3 Minuten wird den Tauchheizkörpern zugestanden, da die Heizkörper dieser Geräte, anders als bei sonstigen Geräten, nur auf Kosten des Gebrauchswertes mit Gehäusen, Gittern usw. umgeben werden können. Auch das Unterscheiden der Geräte nach solchen, die im Betrieb beaufsichtigt oder nicht beaufsichtigt werden, bringt keinerlei Unterschiede für die Prüfung im trockenen Zustand in der "schwarzen Ecke". Es wird also von vornherein damit gerechnet, daß unachtsame Handhabung durch den Benutzer vorkommen kann.

Es kommt also darauf an, eine sichere Abschaltung des Gerätes vor Erreichen der Höchsttemperatur zu gewährleisten ohne den Gebrauchswert und Wirkungsgrad wesentlich zu beeinträchtigen.



Wir bieten daher 2 verschiedene Lösungen dieses Problems an:

I. Eine größere, unbeheizte Windung in Verbindung mit einer Schmelzsicherung im absteigenden Rohrteil. Diese unbeheizte Windung schafft eine wesentliche Verzögerung der Wärmeleitung, da sie einen Abstand zwischen den beheizten Windungen und der Auflage herstellt. Die Schmelzsicherung kann höher ausgelegt werden und damit später abschalten.

Vorteil: Ein  nur mit  Schmelzsicherung  ausgelegter Tauchsieder ohne Abstandswindung wird schon bei kleinster Unachtsamkeit des  Benutzers unbrauchbar. Die "Trockengehzeit" beträgt etwa 20 Sekunden - es sind dann 130°C erreicht.  Die gespeicherte,  nacheilende Wärme  im Gerät bewirkt noch einen Temperaturanstieg auf 200°C.

Durch die größere - unbeheizte - Windung kann ein Ansprechen der Sicherung wesentlich später erfolgen. Die "Trockengehzeit" wird verlängert auf ca. 30 Sekunden und damit die Lebensdauer des Gerätes erhöht.

Nebeneffekt: durch das Hervortreten von Anlauffarben läßt sich der unsachgemäße Gebrauch nachweisen.

Ein Tauchsieder der die nachfolgend aufgeführten Anlauffarben aufweist ist auf jeden Fall O H N E oder mit   V I E L  Z U  W E N I G   Wasser betrieben worden - es ist also K E I N Garantiefall (= kein Material- oder Fertigungsfehler) - denn am Tauchsieder können im kochenden Wasser keine Temperaturen über 105°C auftreten.

Farbe:

 Wärmegrad:

Hellgelb 220° Grad C
Dunkelgelb 240° Grad C
Braun
 260° Grad C
Dunkelblau
 290° Grad C
Hellblau 310° Grad C
Grau 325° Grad C

 

II. Ein Kapillarrohr ist als Wärmefühler am beheizten Rohr des Sieders befestigt. Die Ausdehnungsflüssigkeit im Kapillarrohr betätigt eine Sprungmembrane im Griffstück des Tauchsieders und unterbricht bei Überhitzung die Stromzufuhr.

Der Tauchsieder kann nach kurzer Abkühlphase - durch Druck auf die Membrane - wieder eingeschaltet werden. Die Membrane befindet sich in der Mitte des Griffstückes auf der vorderen Seite.



Schlußbemerkungen:

Bei ordnungsgemäßem Gebrauch eines Tauchsieders ist die Lösung I. vorzuziehen, da sie wesentliche Preisvorteile bietet. Es ist jedoch nach einer "Trockengehzeit" von ca. 30 Sekunden mit der Unbrauchbarkeit des Gerätes zu rechnen.

Lösung II. bietet dagegen den Vorteil, daß das Gerät wieder eingeschaltet werden kann.

Die vorstehenden Sicherheitsbestimmungen und die von uns konzipierten Lösungen verursachen natürlich zusätzliche Material- und Lohnkosten, dafür ist aber die Gewähr gegeben, daß die Verursachung von Bränden durch Tauchsieder ausgeschaltet wird.

Wir hoffen, Ihnen mit diesen kurzen Ausführungen zum Thema Schmelzsicherung, Mindestwasserstand und Anlauffarben einen kleinen Überblick verschafft zu haben, und verbleiben

mit freundlichen Grüßen aus Lüdenscheid

ECE - Ing. Ehlers & Co.
Elektrogeräte GmbH

Ihre Service-Abteilung